Verrissene Gliedmaßen, gehässige Grinser und tiefe Stimmen, so zeichnet die Hollywood-Filmindustrie seit Jahrzehnten Bilder von Menschen, die angeblich vom Teufel oder von Dämonen besessen sind. Die rituelle Austreibung von Dämonen aus (vermeintlich) vom Teufel besessenen Menschen hat in Österreich eine lange Geschichte. Spätestens in der Zeit der Aufklärung gerieten die Anhänger und Anhängerinnen des Teufels- und Dämonenglaubens in die Defensive. Dennoch hielt die römisch-katholische Kirche an der realen Existenz "gefallener Engel" und "böser Geister" fest. Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand ein Standard-Lehrbuch für die rituelle Austreibung eines Dämons. Von Seiten des Vatikans gibt es konkrete Richtlinien, unter welchen Umständen ein Exorzismus durchgeführt werden kann. In Österreich wird die Praxis des Exorzismus als Teil des Seelsorgeangebots der Kirche angesehen. Oftmals beinhaltet sie auch die Zusammenarbeit mit Psychiater:innen. Esoterik-Boom und der wachsende Einfluss charismatischer Gruppen führen zur Zunahme von "Teufelsaustreibungen" - in christlichen wie in nicht-christlichen Gemeinschaften.
Das Interview ist zu hören auf Ö1, mit Nicole Bauer, um 16.05 Uhr, am 26. Februar 2025.